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Hier ist eine Übersicht über das Geschehen am Himmel in diesem Monat. Die Darstellungen des Himmels wurden mit der Freeware Stellarium erstellt. Die Aufnahmen der Planeten entstanden an der Sternwarte Aachen. Durch Klicken auf die Abbildungen werden diese vergrößert.

Der Sternenhimmel Mitte Juli gegen 22.30 Uhr in Richtung Südwesten

Nach Sonnenuntergang gehen im Westen gehen die Frühjahrsternbilder Löwe und Jungfrau unter. Darüber sehen wir den Bärenhüter mit dem hellen Stern Arktur. Über dem südlichen Horizont steht die Waage.

Am 13. Juli zieht der zunehmende Mond am hellen Stern Spica im Sternbild Jungfrau vorbei.

Der Sternenhimmel Mitte Juli gegen 22.30 Uhr in Richtung Südosten

Im Osten gehen Steinbock, Wassermann und Pegasus auf.

Tief über dem südlichen Horizont sind der Skorpion und der Schütze sichtbar. In unseren nördlichen Breiten steigen Skorpion und Schütze nie ganz über den Horizont.

Darüber erhebt sich der ausgedehnte Schlangenträger. Der Schlangenträger ist nicht sehr markant, da er nur wenige helle Sterne enthält. In seinen Armen hält er die Schlange. Die Schlange ist das einzige Sternbild am Himmel, das aus zwei Teilen besteht.

In Richtung Osten sind die markanten Sommersternbilder Leier, Schwan und Adler sichtbar.

Der Sternenhimmel Mitte Juli gegen 22.30 Uhr in Richtung Norden

Im Norden, auf dem Kopf stehend, sehen wir den Großen Bären. Seine sieben hellsten Sterne werden auch als der "Große Wagen" bezeichnet - die offizielle Bezeichnung des Sternbildes lautet jedoch Großer Bär. 

Daneben sehen wir den Kleinen Bären - auch "Kleiner Wagen" genannt. Die Schwanzspitze des Kleinen Bären markiert den Polarstern. Die Verlängerung unserer Erdachse zeigt ziemlich genau auf den Polarstern. Daher scheint sich der gesamte Himmel um den Polarstern zu drehen, während dieser Stern zu jeder Zeit an der selben Stelle steht. Der Polarstern steht zu jeder Jahres-, Tages- und Nachtzeit (ziemlich) genau im Norden. Er kann daher zuverlässig als Kompass genutzt werden. Der Polarstern ist nicht besonders hell, es gibt jedoch einen Trick wie man ihn leicht findet: Man hält nach dem markanten "Großen Wagen" Ausschau, dessen Form leicht zu merken ist. Dann denkt man sich eine Linie durch die beiden hinteren Sterne (Merak und Dubhe) im Kasten des Wagens. Diese Linie zeigt auf den Polarstern. Verlängert man längs dieser Linie den Abstand der Sterne Merak und Dubhe fünfmal, hat man den Polarstern gefunden.

Um den Kleinen Bären windet sich der ausgedehnte Drache.

Der Sternenhimmel Mitte Juli nach Mitternacht Uhr in Richtung Südosten

Tief über dem südlichen Horizont sehen wir den rötlichen Stern Antares, Hauptstern des Skorpion. Antares ist ein 550 Lichtjahre entfernter roter Riesenstern. Er hat den 500fachen Durchmesser und die 30.000fache Leuchtkraft unserer Sonne

Durch die Sternbilder Skorpion, Schütze, Schild, Adler und Schwan zieht sich das Band der Milchstraße. Die Milchstraße ist unsere Heimatgalaxie - ein riesiges System, bestehend aus ca. 200 Milliarden Sternen. Unsere Sonne ist ein relativ kleiner gelber Stern in einem der Spiralarme der Galaxie. Das Zentrum der Galaxie liegt in Richtung des Sternbildes Schütze, daher ist dort die Sternendichte besonders hoch. Im schimmernden Band der Milchstraße nehmen wir dunkle Gebiete wahr. Es scheint so, als ob dort weniger Sterne vorhanden wären. Tatsächlich befinden sich dort riesige Wolken aus Gas und Staub, die das Licht der dahinter liegenden Sterne "verschlucken".

Aufgrund der dramatisch zunehmenden Lichtverschmutzung durch künstliche Beleuchtung haben viele Menschen noch nie bewusst die Milchstraße gesehen. Von einem dunklen Standort aus, wie z.B. der Eifel, ist die Milchstraße mit bloßem Auge leicht zu finden. 

Der Sternenhimmel Mitte Juli gegen 3.00 Uhr morgens in Richtung Südosten

Im Osten sind Steinbock, Wassermann, Fische und Widder ganz aufgegangen, im Nordosten folgt der Stier.

In Wassermann und und Stier sehen wir in diesem Monat zwei relativ helle "Sterne", die nicht zu diesen Sternbildern gehören, sondern langsam durch diese hindurch wandern. Dies sind die Planeten Saturn und Mars.

Der Sternenhimmel Mitte Juli gegen 4.30 Uhr morgens in Richtung Südosten

Gegen 4.00 Uhr morgens wird es im Nordosten wieder hell.

Stier und Fuhrmann sind über den Horizont gestiegen.

Im Stier sehen wir einen weiteren Planeten, den auffallend hellen Jupiter.

Im Juli diesen Jahres können wir alle äußeren Planeten am Morgenhimmel beobachten. Mars, Jupiter und Saturn sind so hell, dass sie mit bloßem Auge nicht zu übersehen sind. Für Uranus und Neptun benötigen wir mindestens ein Fernglas und eine Sternkarte oder eine App, wie z.B. das kostenlose Stellarium.

Alle Planeten bewegen sich (mit kleinen Abweichungen) in einer Ebene um die Sonne. Von der Erde aus gesehen folgen sie einer Linie am Himmel, der Ekliptik. Die Ekliptik zieht sich durch die Sternbilder (die Tierkreiszeichen), die aus dem Horosokp bekannt sind. Die Planeten - und auch unsere Sonne - sind daher nur in diesen Tierkreiszeichen zu finden.

Die Sonne wechselt im Juli von den Zwillingen in den Krebs.

Mars ist leicht als rötlicher "Stern" auszmachen. Der Abstand Erde-Mars beträgt derzeit noch ca. 240 Millionen km. Im Teleskop erscheint Mars in diesem Monat als kleines Scheibchen, auf dem kaum Einzelheiten erkennbar sind. Bis zum Ende des Jahres verringert sich der Abstand auf rund 100 Millionen Kilometer, so dass die  Beobachtungsbedingungen deutlich besser werden.

Jupiter, größter Planet des Sonnensystems, wird trotz seiner Entfernung von ca. 860 Millionen Kilometer auffallend hell. Nach Sonne und Mond ist er in diesem Monat das hellste natürliche Objekt am Himmel. Im Teleskop sehen wir Wolkenbänder in seiner Atmosphäre und seine vier größten Monde.

Saturn ist bloßem Auge leicht zu finden. Der zweitgrößte Planet des Sonnensystems ist ca. 1,360 Milliarden Kilometer von uns entfernt. Wie alle Planeten leuchtet er nicht von selbst, sondern reflektiert das Licht der Sonne. Aufgrund der riesigen Entfernung ist sein Licht ca. 1 Stunde und 15 Minuten unterwegs, bis es zu uns gelangt.

Im Teleskop sehen wir sein beeindruckendes Ringsystem und seine größten Monde. Die Rotationsachse des Saturn ist geneigt. Im Laufe seines 30jährigen Umlaufs um die Sonne sehen wir ihn unter unterschiedlichen Blickwinkeln. Derzeit blicken wir eher auf die Kante des Ringsystems und der Ring erscheint uns relativ schmal.

Uranus ist über 3 Milliarden Kilometer von uns entfernt. Sein Licht braucht 1 Stunde und 47 Minuten zu uns. Im Teleskop erscheint der drittgrößte Planet des Sonnensystems als winziges Scheibchen, auf dem keine Einzelheiten erkennbar sind.

Uranus ist theoretisch in einer dunklen mondlosen Nacht gerade noch mit bloßem Auge erkennbar. Praktisch ist er jedoch schwer am Himmel auszumachen. In diesem Monat erleichtert der helle Mars das Auffinden, da er - von der Erde aus gesehen - an Uranus vorbei zieht. Am 15. Juli ist Mars nur ein halbes Grad südlich (unterhalb) von Uranus entfernt.

Die auffallende Gruppe von Sternen oberhalb der Bildmitte (die ein bisschen aussieht, wie der Große Bär in klein) sind die Plejaden, auch Siebengestirn genannt. Es handelt sich um eine Ansammlung von Sternen (ein Offener Sternhaufen) in etwa 400 Lichtjahren Entfernung.

Die Sterne knapp über dem Horizont, die einen auf der Seite liegenden "Buchstabe V" bilden, sind der Kopf des Sternbildes Stier. Der helle Jupiter bewegt sich zur Zeit in den "Hörnern" des Stiers.

Neptun ist der äußerste Planet des Sonnensystems. Aufgrund der rieseigen Entfernung von 4,388 Milliarden Kilometer ist sein Licht 4 Stunden und 4 Minuten zu uns unterwegs.

Um Neptun aufzuspüren, benötigt man ein Fernglas. Im Teleskop erscheint er auch bei hoher Vergrößerung nur als winziges Scheibchen.