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In den Abendstunden des 12. August 2026 ereignete sich eine totale Sonnenfinsternis. Die Zone der Totalität, in der der Mond die Sonne komplett verdeckt, erstreckte sich von der Arktis über Grönland, Island, den Atlantik und Spanien bis ins Mittelmeer.  

Außerhalb dieser Zone war das Ereignis als partielle Finsternis zu sehen. Über Aachen wurden rund 89 % der Sonne bedeckt. 

Die Sternwarte Aachen war an dem Tag geöffnet, um interessierten Besuchern einen Blick auf die verfinsterte Sonne zu ernöglichen. 

Auf der Plattform um die Kuppel waren Teleskope mit speziellen Filtern und automatische Smartteleskope aufgebaut worden. 

In der Kuppel war auf dem Hauptteleskop ein weiteres Sonnenteleskop (H-alpha-Teleskop) angebracht worden. Das Hauptteleskop wurde wegen seiner großen Öffnung und Brennweite nicht genutzt. 

Zusätzlich standen 50 Sonnenfinsternisbrillen zur Verfügung, die den Besuchern leihweise zur Verfügung gestellt werden sollten. Leider verschwanden die Brillen zu Beginn der Veranstaltung... 

Da in den Medien ausführlich über die Finsternis berichtet wurde, war das Interesse sehr groß. Bereits vor der Öffnung der Sternwarte hatte sich eine lange Menschenschlange vor dem Tor gebildet. 

In den nächsten Stunden riss die Schlange kaum ab. Die Sternwarte wurde regelrecht überrannt. 

Im völlig überfüllten Vortragsraum hielt Bernd Krause zwei Vorträge zum Thema Finsternisse.

Da die Sonne schon ziemlich tief stand, war die gesamte Finsternis nur von der oberen Plattform und der Kuppel aus zu beobachten. 

Um dorthin zu gelangen, war allerdings Geduld gefordert. 

Dank des klaren Himmels ließ sich die Finsternis sehr gut beobachten. 

Um 19.19 Uhr ereignete sich der erste Kontakt - der Mond "berührte" die Sonnenscheibe. Die hier gezeigte Aufnahme entstand kurz danach, der Mond hat sich schon ein Stück vor die Sonne geschoben. Verwendet wurde ein sogenanntes H-alpha-Teleskop, das nur das langwellige Licht des angeregten Wasserstoffs (H-alpha) der Sonne durchlässt. Mit einer Schwarzweißkamera wurden Videosequenzen aufgenommen. Die so entstandenen Bilder wurden am Computer mittels spezieller Software weiterverarbeitet. Gut erkennbar auf der Sonnenscheibe sind Bögen aus Wasserstoffgas, die dunkel hervortreten. 

Während der nächsten Stunde schob sich der Mond immer weiter vor die Sonne. 

Um Uhr 20.13 Uhr war das Maximum erreicht. Die Sonne war zu 89 % bedeckt und erschien als schmale Sichel. 

Mit zunehmender Verfinsterung wurde das Licht der tief stehenden Sonne eigenartig fahl. 

Diese Serie zeigt sehr gut die Phasen der Finsternis. Nach dem Maximum gab der Mond die Sonne wieder langsam frei. Allerdings war nicht die gesamte Finsternis beobachtbar, die Sonne ging gegen 20.20 Uhr teilverfinstert unter. Das letzte Bild der Serie zeigt einen Baum am Horizont. Die Aufnahmen entstanden im sogenannten Weißlicht der Sonne. Dazu wurde ein sehr starker Graufilter vor eine Teleskoplinse gesetzt. 


Nach Sonnenuntergang wurde es auf dem Gelände der Sternwarte wieder ruhiger. 

Trotz des enormen Andrangs - schätzungsweise 1.000 Besucher - waren vor Ort, war die öffentliche Beobachtung der Finsternis gut verlaufen. 

Von einigen Besuchern wurde Kritik an der "schlechten Organisation" der Sternwarte geäußert. Wir möchten dazu auf Folgendes hinweisen:

Die Veranstaltung war für die Besucher kostenlos. Wir hatten zwar mit großem Interesse gerechnet, aber einen derartigen Besucherstrom hatten wir nicht erwartet. Vorsorglich hatten wir in den Medien und auf unserer Homepage auf alterantive Orte zur Beobachtung hingewiesen. Insgesamt sieben ehrenamtliche Amateurastronomen betreuten die Besucher. Wir hätten uns auch mit unseren Teleskopen auf ein Feld stellen und die Finsternis in Ruhe beobachten und filmen können. Um aber möglichst vielen Menschen die Beobachtung zu ermöglichen, hatten wir uns entschieden, die Sternwarte zu öffnen. 

 

Der Artikel der Aachener Zeitung vom 14.08.2026 gibt das Ereignis stimmungsvoll wieder:

"Ein magischer Abend in der Sternwarte"

 

Die partielle Finsternis wurde von weiteren Mitgliedern des astronomischen Arbeitskreises der Sternwarte von anderen Standorten aus beobachtet und aufgenommen. 

Willi Radel hatte sich im ländlichen Aachen-Orsbach postiert und machte Aufnahmen mit einem H-alpha-Teleskop. Auf den Feldern im Aachener Norden hatten sich ebenfalls viele Menschen eingefunden.

... sowie ein Komposit, das den Verlauf der Finsternis sehr gut wiedergibt. 

Frank Schaefer beobachtete mit einer Gruppe Interessierter von Overath im Bergischen Land aus

Dabei kamen verschiedene Teleskope zum Einsatz.

Mit einem H-alpha-Teleskop entstanden u.a Aufnahmen kurz nach dem ersten Kontakt...

... und während des Maximums. Gut erkennbar am Sonnenrand ist eine Protuberanz, ein riesiger Bogen aus Wasserstoff. 

Eine Reihe von Mitgliedern des Arbeitskreises hatten sich in die Totalitätszone aufgemacht. 

Roger Leifert war mit Verwandten 50 km südlich der spanischen Stadt Burgos unterwegs. Auf einem Hochplateu konnte das Ereignis unter idealen Bedingungen beobachtet werden. 

Dieses kurze, mit dem Handy aufgenommene Video zeigt die dramatischen Momente der totalen Finsternis. Zu sehen ist die komplett verfinsterte Sonne und der Strahlenkranz, die sogenannte Korona. 

Die Beobachtung einer partiellen Sonnenfinsternis ist schon spannend. Das Erleben einer totalen Finsternis ist jedoch unvergleichlich und gehört zum Faszinierendsten, was man in der Natur sehen kann.